Unsere Geschichte

So fing es an

Mein Puppenhaushobby

Mein Puppenhaushobby begann in meiner Kindheit. Meine Mutter bekam zu Weihnachten 1950 ein Puppenhaus von ihrem Vater geschenkt. Immer erst wenn die Kinder im Bett waren, begann der Opa heimlich und mit viel Liebe sein Werk. Später hat er das Haus mit selbstgebauten Möbeln eingerichtet.
Dieses Puppenhaus bekamen wir Kinder jedes Jahr zu Weihnachten und es hat uns viel Freude gemacht, es immer neu zu tapezieren, zu streichen und vor allem neu einzurichten. Meine Schwester hatte eine Seite vom Haus, ich die andere und mein Bruder spielte im Krämerladen. So ging das Jahr für Jahr und wir hatten die Weihnachtsfeiertage schon herbeigesehnt. Am Heiligabend wurde das Haus aus dem Keller geholt und der große Koffer mit den Möbeln natürlich auch. Meine Mutter kochte am ersten Feiertag Klöße und dann natürlich auch für die Familie im Puppenhaus. Auch unsere Freundinnen waren da, die mitspielen wollten, weil sie kein Puppenhaus besaßen.

Als wir älter wurden, stand das Haus viele Jahre im Keller. Keiner von uns Geschwistern hatte Platz und Zeit für dieses „alte Haus" und so wurde es immer nur hin und her gestellt, und sollte sogar auf dem Sperrmüll landen. In letzter Minute entschied meine Mutter, es doch aufzuheben.








Als mein Opa im Sterben lag, war sein letzter Wille, dass mein Mann und ich das Haus zu uns nehmen und wieder neu aufbauen sollen. Wir überlegten lange, ob wir das tatsächlich auf uns nehmen sollten. Im Sommer 1999 entschieden wir, das Haus einmal anzusehen. Im September als wir bei meiner Schwester waren, holten wir das Haus aus dem Keller und waren enttäuscht, in welch schlechtem Zustand das Haus war. Mein Mann sagte, das Haus herzurichten macht mehr Arbeit, als ein neues zu bauen. Doch im gleichen Atemzug sagte er, Opa´s Wille war, dass wir dieses Haus wieder herrichten. Und so entschlossen wir uns, es mitzunehmen. Wir demontierten das Dach und verstauten alles im Kofferraum unseres Kombi´s.



 

Von da an hatten wir nur noch ein Thema, das hieß: Puppenhaus. Wir waren alle begeistert und jeder hatte seine eigenen Ideen. Der eine wollte einen Krämerladen, die andere einen Stoffladen und so wurde mit der Arbeit begonnen. Mein Mann und ich begannen das Haus komplett auseinander zu nehmen, eine neue Bodenplatte und jede Menge Holz wurde gebraucht. Wir waren alle infiziert vom Puppenhausvirus. Wir schafften bis spät abends und wussten schon gar nicht mehr, wofür es eigentlich einen Fernseher gab. Jeder freute sich, als wieder etwas fertig wurde. Die erste Zeit verbrachten wir viel in der Garage, wo die erste Etage entstand.


 

Und so ging es viele Wochen bis kurz vor Weihnachten, wo dann alles fertig war. Sogar unser richtiges Wohnzimmer war pünktlich zum Fest keine Werkstatt mehr.
Ich schrieb dann auch einen langen Wunschzettel, wo nur Gegenstände für´s Puppenhaus drauf standen. Meine Kinder schenkten mir die ein oder andere selbstgebastelte Kleinigkeit, über die ich mich heute noch freue.


 

Das Puppenhaus war nun fertig und die schöne Zeit das Bauens und Werkelns war vorbei. Aber unser Eifer war noch nicht gebändigt. Wir besuchten viele Miniaturmessen und kauften noch fehlende und niedliche Dinge fürs Puppenhaus. Auf einer Messe fielen mir unter einem Ladentisch alte Puppenküchenmöbel in die Hände, die ich für einen günstigen Preis kaufte. Mein Mann baute mir eine Puppenküche dazu, und zu meinem Geburtstag war diese Küche eingerichtet.



 



Auf einem Flohmarkt suchte ich für die Puppenküche kleines Geschirr und ich war begeistert über die Vielfalt, die angeboten wurde. Als ich den Preis aushandeln wollte, hörte ich von dem Verkäufer, dass da eine ganze Puppenstube dazu gehörte. Ich hatte mir die Puppenstube vorher angesehen und mir gefiel sie gut, doch leider hatte ich keinen Platz diese zu Hause auf zu stellen. Aber der Preis war zu verlockend und so nahmen wir die Puppenstube mit. Nun wurde wieder gestrichen, tapeziert und eingerichtet.



 

Es vergingen fast zwei Jahre, als mir die Idee von einem Wandhaus kam. Die Idee war ja gut, aber es herrschte noch immer Platzmangel. Ich redete auf meinen Mann ein und überzeugte ihn vom Bau des Wandhauses. Ich weckte seine Planer- und Bastellust. Voller Eifer griffen wir zu Papier und Bleistift und es konnte losgehen. An einem Samstag im Februar war mein Mann mit den Grundrissplänen so weit fertig, dass wir Holz kaufen konnten. Wir machten uns gleich an die Arbeit und es dauerte nicht lange, bis das Erdgeschoss fertig war. Wir hatten wieder eine Aufgabe, die uns Spaß machte und so werkelten wir den ganzen Sommer bis kurz vor Weihnachten. Während des Bauens kam uns noch die eine oder andere Idee, die wir noch einfügen konnten. Auch ein Jahr nach dem Hausbau gibt es noch Veränderungen. Aber eigentlich sind wir zufrieden und natürlich auch stolz auf uns. Es entstand ein Haus mit 18 Zimmern in neun Monaten Bauzeit.